Wer mich kennt weiß, dass bei mir nicht immer alles glatt läuft und ich insbesondere auf Reisen fast immer das ein oder andere „Highlight“ erlebe. Natürlich auch dieses Mal!
Das Einchecken beim Düsseldorfer Flughafen und der erste Flug mit dem KLM Cityhopper nach Amsterdam hat gut funktioniert. Da der Schiphol-Flughafen aber wirklich riesig ist (immerhin ist er der drittgrößte Flughafen Europas) und die Ausschilderungen nicht so ganz klar waren, liefen wir etwas orientierungslos durch das Flughafengebäude, was dazu führte, dass wir mit unserer halben Stunde Zeit bis zum nächsten Boarding nur ganz knapp zurecht kamen; sämtliche Passagiere waren schon an Bord des Flugzeuges nach Tansania und man wartete nur noch auf Yvonne und mich.
Der Flug nach Tansania war trotz seiner Dauer von 9 Stunden angenehm. Na ja, da ich die Nacht davor durchgemacht hatte, konnte ich im Flieger gut schlafen und habe die Zeit dadurch nicht wirklich gemerkt.
Beim Kilimanjaro International Airport kurz vor 21h Ortszeit gelandet, ging’s dann aber los. Durch die Kontrolle sind Yvonne und ich noch ganz gut gekommen. Bei mir funktionierte die Registrierung mit den Fingerabdrücken zwar anfangs nicht so richtig, aber irgendwann war auch das geschafft und ich ging zum Gepäckband, wo Yvonne mich schon mit den Worten empfing: „Ein Koffer von dir fehlt noch“. Außerdem hatte sie schon ein Schild gesehen, auf dem die Namen derjenigen Passagiere standen, deren Koffer in Amsterdam geblieben waren. Mein Name stand zwar nicht darauf, aber der Name August. Es lag auf der Hand, dass ich das sein sollte. Also gingen wir zu einem Raum „Information/Reklamation“, in dem eine nette Flughafen-Mitarbeiterin saß, die dann bestätigte, dass mein Koffer noch in Amsterdam sei. Er würde mit dem Flugzeug am nächsten Tag mitkommen, versicherte sie mir. Außerdem brächte man mir den Koffer ins Hotel., so dass ich ihn am 22.11. morgens hätte; ich bin gespannt ob das funktioniert! Nun muss man wissen, dass ich 1 Koffer, 1 große Reisetasche und 1 Rucksack mit dabei hatte. In der großen Reisetasche waren ausschließlich Spenden in Form von Kleidung, jede Menge Brillen und 1 Laptop. MEINE Kleidung nimmt ca. 1/3 des (fehlenden) Koffers ein, der Rest sind ebenfalls Kleiderspenden. Das bedeutet, ich habe hier momentan keine eigene Kleidung zum Wechseln – und das bei den Temperaturen (ca. 32 Grad). Ich hoffe ich muss nicht nachsehen, welche der Kleiderspenden für mich in Frage kämen!
Nachdem wir nun die Sache mit dem Koffer geklärt hatten, ging es mit unseren Gepäckstücken zur Kontrolle. Dort sonderte man 2 von Yvonne’s Koffern erst einmal aus und sie musste sie öffnen. Bis allerdings jemand zur Kontrolle kam, verging mindestens ¼ Stunde, vielleicht sogar länger, hier geht eben alles ein bisschen langsamer. Yvonne meinte, ich solle mich besser abseits stellen, was ich auch tat. Ich stellte mich also mit dem Kofferwagen, auf dem noch 1 Koffer von Yvonne (teilweise mit diversen Spenden) und meine Gepäckstücke waren, etwas abseits und später, als ich sah, wie man Yvonne’s Koffer durchsuchte, noch etwas weiter weg, um der Gefahr zu entgehen, dass man die übrigen Gepäckstücke auch noch filzen würde.
Und dann ging es richtig los! Es versammelten sich 3 Personen um Yvonne’s Koffer und nahmen diese regelrecht auseinander. Die Brillen wurden direkt konfisziert, ebenso abgelaufene Medikamente, zu denen hier im Übrigen auch Pflaster gehören. Für sämtliche Sachspenden, wozu z.B. auch Kugelschreiber und besondere Flaschenöffner für Menschen mit Behinderungen rechnen, musste Yvonne eine Gebühr von umgerechnet 45 € zahlen; das hatte sie noch nie erlebt! Die ganze Aktion des Filzens dauerte etwa 1 Stunde!


Vor dem Flughafengebäude wartete schon der Fahrer, der uns zum Hotel bringen sollte, geduldig. Es dauerte etwa 45 Minuten bis wir beim Hotel angekommen waren. Hier erwartete uns die nächste Überraschung: es war nur ein Sicherheitsmann im Hotel, der nicht wirklich wusste, welche Zimmer wir bekommen sollten; Hotelpersonal war ansonsten nicht mehr da. Irgendwann bekam schließlich jeder von uns ein Zimmer, allerdings sah es irgendwie ganz anders aus als das, was wir dachten gebucht zu haben. Egal – Hauptsache wir hatten ein Bett!

Nach der langen Reise und den Aufregungen hat man natürlich auch das Bedürfnis etwas zu trinken, also fragten wir den Mann von der Security nach einer Flasche Wasser. Na, das war erst ein Problem! Nirgends in diesem Hotel konnte er Wasser auftreiben (heute weiß ich, er hätte nur eine Etage höher gehen müssen, wo die Küche ist). Er bot uns Wasser aus einem Wasserkran im Garten an – wir lehnten dankend ab; direkt zu Beginn unserer Reise wollten wir nicht schon krank werden! Da er nicht weiter wusste, holte er per Handy-Anruf Hilfe. Ein netter Tansanier kam nun zu Hilfe und er besorgte für jeden von uns eine Flasche Wasser – was für eine Wohltat! Yvonne und ich wären auf keinen Fall aus dem Hotel gegangen um etwas zu Trinken zu holen, denn aufgrund der hohen Kriminalität wird immer wieder davor gewarnt, nach EInbruch der Dunkelheit auf die Straße zu gehen.